WIE LEBTE DAS BLAUE BLUT IN NAŠICE? Mit kleinen Schritte durch die Gemächer, mit schwarz-weißen Tasten bis zum Ruhm
In der Stadtmitte von Našice befindet sich ein, für viele, wichtigstes Bauwerk. Das imposante Schloss Pejačević mit seinem Park, Garten und See wird jeden zufälligen Spaziergänger mindestens zum Stehenbleiben einladen und zum Innehalten und Nachdenken auffordern. Neben Fragen zur Natur, Zeit und Leben stellt sich auch die praktische Frage – wie lebte man hier?
Die Geschichte darüber, wie, wann und wer hier lebte, erzählt das Schloss selbst, beziehungsweise das Heimatmuseum Našice, das darin untergebracht ist. Seit dem fernen Jahr 1734 leben in Našice Mitglieder der adeligen Familie Pejačević, und das Schloss wurde anstelle eines früheren Herrenhauses im Jahr 1811 für sie errichtet. Das damals schlichte, spätbarock-klassisistische Schloss erfuhr mehrere größere Umgestaltungen, die letzte davon wurde erst kürzlich abgeschlossen. Am 3. Oktober 2024, symbolisch genau 50 Jahre nach seiner Gründung, öffnete das Heimatmuseum Našice im Schloss erneut seine Türen für Besucher – mit einer erneuerten und umgestalteten Dauerausstellung.
Wie der Blick auf das Schloss verspricht, nimmt auch die ständige Ausstellung uns mit durch Jahrhunderte und raubt einem den Atem. Die Decken sind hoch, die Linien sanft, die Materialien ewig, der Stil unverwechselbar, unaufdringlich elegant und raffiniert. Fehlerlos – hier lebte ein edles Geschlecht.
Die Besichtigung beginnt in der Eingangshalle, die mit ihren breiten, langen Fluren und zahlreichen Holztüren mutig andeutet, was und wer uns dahinter erwartet. Der erste Salon ist blau, der zweite grün, der dritte rot, der letzte gelb, sagt die Kuratorin, und wir gehen weiter durch die Zimmer – Doras Gemächer, die Bibliothek und andere Räume. Von wunderschönen massiven Holzmöbeln, die schon Jahrhunderte zählen, über persönliche Gegenstände und prächtige Porträts, Porzellangeschirr bis hin zur Bibliothek, die früher mehr als 5000 Bücher in sechs Sprachen beherbergte – alles ist mit viel Überlegung und Respekt ausgestellt.
Besondere Bedeutung tragen selbstverständlich die Gegenstände und Räume, die der ersten kroatischen Komponistin Dora Pejačević gewidmet sind. So sind hier sorgfältig bewahrt oder liebevoll restauriert ihre Porträts, Bücher, ihr Klavier und sogar ein Paar goldener Schuhe. Diese in Vielem außergewöhnliche Adelige entwickelte ihr Talent im eleganten, geräumigen Salon mit Blick auf den Park und den See unterhalb des Schlosses. Direkt neben dem See befindet sich der Birkenpavillon, in dem Dora an wärmeren Tagen komponierte. In diesem wunderschön gestalteten Stück Natur kann man sich leicht vorstellen, wie die Inspiration fließt.
Wir haben unsere Antwort gefunden – und wenn auch Sie wissen möchten, wie der Adel hier lebte und welche Geheimnisse das Schloss birgt, empfehlen wir einen Besuch im Heimatmuseum Našice, dienstags bis samstags von 10 bis 16 Uhr.
Information:
Adresse: Trg dr. Franje Tuđmana 5, 31500 Našice
Telefon: 00385 (0)31 613 414
Web: www.zmn.hr
